Helidiving 2011

Helidive – Dive to the Top, Österreich im August 2011

 

Unter diesem geflügelten Motto stand unser erster gemeinsamer Österreich Tauchurlaub. Wir – das sind Kerstin, Stefan, Dirk, Elke ( einzige Nichttaucherin ) und ich. Nachdem Kerstin und Stefan gefühlte 30 Mal mit dem Hubschrauber in  Österreich zu Bergseen geflogen sind, mussten wir diesmal mit ( der Zwang ging von den Beiden aus… ) Gebucht wurden die zwei Tage bereits im Mai, die Plätze für diesen Event sind rar. Damit die Anreise von knapp 1000 km sich auch lohnt, hatten wir uns entschlossen, vorher noch 2 Tage am Fernsteinpass zu tauchen und dann von dort nach Bad Aussee in der Steiermark zu fahren. Der Plan war folgender: Dienstagabend den geliehenen Transporter mit dem Tauchgerödel packen und Mittwoch in der Frühe starten und Spaß haben…. Dienstagmittag rief Stefan, er kommt nicht zum Packen, liegt mit Magen – Darm einschließlich Fieber im Bett. Perfekter Start unserer Reise. Also hieß es warten bis Mittwoch, ob Stefan sich stundenweise von der Toilette entfernen konnte. Letztendlich saß er am Morgen im Auto, wechselte aber im fünf Minuten Takt die Gesichtsfarbe von grün zu weiß und zurück.

 

..unser Gepäck....der Blindsee..

..mir ging es auch schon besser..

 

Nach kurzem Packen und einer unspektakulären Autofahrt ( Stefan sah das glaube ich etwas anders ) kamen wir an unserem Hotel Schloss Fernsteinsee direkt am Fernpass an. Die Anmeldung einschließlich Logbuch Check war schnell erledigt, so dass wir für die nächsten 2 Tage die Tauchgenehmigung für den Fernsteinsee und den Samaranger See bekamen. Die Tauchgänge im Samaranger See wurden gleich geblockt, hier ist eine Anmeldung nötig, es dürfen immer nur 4 Taucher gleichzeitig in den See, mindestens 100 gelockte Tauchgänge sind Voraussetzung. Dies dient dem Schutz des Sees, da aufgewirbelte Sedimente den Bewuchs im See zerstören würden und durch das kalte Wasser ein Nachwachsen sehr lange dauert.

 

..Blick von der Füllstation....Hotel die 2. ..

..unser Hotel..

 

Das Wetter spielte mit, wir hatten bei Ankunft über 30 Grad und besten Sonnenschein, so dass Kerstin, Dirk und ich uns zu einem ersten Tauchgang im Fernsteinsee am Einstieg zwei entschlossen haben. Elke genoss die Sonne auf den bereit gestellten Liegen, Stefan wechselte wie gewohnt die Farbe, allerdings im Schatten…

 

..Vorbereitung zum Tauchgang....Dirk..

..Torsten..

 

Der Tauchgang war entspannt, einige Forellen wurden gesichtet, die Sicht war allerdings nicht wie versprochen über 20 Meter, aber im Vergleich zu deutschen Verhältnissen immer noch gut. Bereits beim Auspellen aus den Tauchanzügen begann es zu regnen, das gipfelte dann zum Abendbrot in einem Hagelschauer mit kirschkerngroßen Hagelkörnern.

 

..Elke und Torsten....Hagel..

..pfui..Essen..

 

Am nächsten Morgen ging  es dann bei bestem Wetter zum Samaranger See ( 5 Minuten vom Hotel über einen Feldweg) Der See ist einfach der Hammer, wird durch Grundwasser gespeist und ist im wahrsten Sinne des Wortes durchsichtig, aber saukalt. Also bei gefühlten 35 Grad ab in den Trocki ( was mir einige Flüche entlockte ) und dann ins 6 Grad kalte Wasser. Der Tauchgang war wirklich beeindruckend, die Sicht im See einmalig, alle Ufer und der Grund sind sichtbar, die Baumstämme im See sehen aus wie Mikadostäbchen, sind aber aus der Nähe mächtige Stämme. Durch die flächig wachsenden Schleimalgen erhält der See einen einmaligen Anblick.

 

..Torsten....Torsten die 3. ..

..Torsten in schwarz/weiß..

 

Nach dem Tauchgang hieß es erst einmal so schnell wie möglich aus den Sachen, es war wieder super heiß. Dies führte letztendlich Elke dazu, mit Maske und Schnorchel in das 6 Grad kalte Wasser zu hüpfen ( Respekt ).

 

..bbrrrrrr....Dirk ist das Tauchen nicht bekommen :-)..

..verrückt..

 

Nach dem Relaxen am See mit einem echt gigantischen Bergpanorama ging es dann ins Hotel, wir wollten dann aber am Nachmittag noch einen Tauchgang im Fernsteinsee machen, Stefan wollte nur ins Bett…. Der Tauchgang am Nachmittag war dann geprägt von 34 Grad in der Sonne und der Suche nach dem bequemsten Einstieg, was dann wieder Einstieg 2 wurde. Hier kann man fast bis ins Wasser fahren. Nach dem gewohnten Fluchen beim Anziehen wegen der Hitze mussten Dirk und ich Kerstin beim Fotografieren unter Wasser folgen. Bei dem vielen Zick Zack Tauchen und rauf und runter unter Wasser wähnten Dirk und ich uns bei einer Schnitzeljagd, erstaunlicher Weise fand Kerstin zum Einstieg zurück ( wäre sonst aber außer für Kerstin sehr lustig gewesen ) Der Tauchgang selber war unspektakulär, aber sehr entspannt.

 

..ein Fisch....Torsten..

..Unterwasser Landschaft..

 

Bei der Rückfahrt war der Weg vor dem Hotel durch ein Tor verschlossen, davor auf unserer Seite des Tors ca. 20 Kühe. Nun hieß es brav warten, die Kühe wären ja sonst in der Hotelanlage rumgelaufen. Leider hatten einige voreilige Wanderer diese Einsicht nicht, öffneten uns auslachend das Tor uns wollten oberschlau durchschlüpfen. Leider wurden von den Honks das Tor nicht richtig geschlossen und die Kühe waren weg… Nun freie Fahrt, haben wir gedacht und geben Gas, bis uns oben am Tor Bauer Franz mit der Mistgabel empfing, da er uns verdächtigte das Tor geöffnet zu haben. Nun musste Dirk in den Ring und hat den Bauern so lange zugetextet, bis er froh war, dass wir weiterfuhren.

 

..Elke wartet....der "Kuhhirte"..

..da müssen wir lang..

 

Stefan hatte sich in der Zwischenzeit im Hotel sämtlich verfügbaren Magen Darm Medikamente eingeworfen und fühlte sich gut, es sollte am nächsten Morgen ja zu Helidiving gehen. Beim Abendessen verabredeten wir und noch für einen schnellen morgendlichen Tauchgang im Samaranger See, wenn man schon mal da ist… :-) Der nächste Morgen begrüßte uns wieder mit spektakulärem Sonnenschein, der Tag konnte nicht besser beginnen. Also schnell die Sachen gepackt, ausgecheckt und ab zum See.

 

..der Samaranger See....selten aber Torsten lacht..

..nach dem Tauchen..

 

Dirk und Stefan schwächelten und wollten sich diesen einmaligen Tauchgang entgehen lassen. Na ja, so trennt sich eben die Spreu vom Weizen und Kerstin und ich als die einzig richtigen Taucher sind dann in den See. Es war einmalig, wir waren allein in diesem klarem Wasser, nur der Umstand dass ich das einzige Fotomodel für Kerstin war, machte den Tauchgang etwas anstrengend.

 

..zum Glück musste ich nicht mit ins Wasser:-)....bbbrrrrr..

..nix los am  bzw. im See..

 

Nach 300 km und 5 Stunden Autofahrt quer durch Österreich kamen wir dann gegen 17:00 Uhr in Bad Aussee in der Steiermark. Das Hotel Erzherzog Johann war perfekt, riesige Zimmer, super Ambiente, bestes Essen.

 

..auf dem Weg zum Eis essen....hier gabs lecker Kuchen..

..unser Zimmer..

 

Nach dem Essen ging es dann zum Briefing für den nächsten Tag… das Helidiving begann. Als Ziel wurde der obere Klaftersee benannt, ein Bergsee auf 1884 Meter und noch nie betaucht. Wassertiefe und Sicht, eine große Unbekannte. Schlimmer war allerdings der Wetterbericht, es wurde für den nächsten Tag eine Gewitterfront angekündigt. Pünktlich 8:00 Uhr am nächsten Morgen sind wir dann im Konvoi nach St Nikolai im Sölktal gestartet, wo der Bergsee auf uns wartete. Die Wetterprognose versprach Sonnenschein bis 14:00 Uhr, dann sollte das Unwetter kommen. Geparkt wurden die Autos so auf einem Waldweg, dass der Hubschrauber in einer Kurve mitten im Konvoi landen konnte. Das tat er dann auch, allerdings mit einer beeindruckenden Staubfontäne, die erst einmal alles mit feinem Sand bedeckte.

 

..der Landeplatz....was für ein Staub..

..unser Heli..

 

Gruppenweise zu fünft flog der Heli die Taucher (und Elke) zum See, wobei wir uns vorher alle in die Tauchsachen quälen mussten, oben am See sollte es schnell gehen. Stefan durfte vorne sitzen und freute sich wie ein Schneekönig, wir anderen zu viert hinten ein wenig gedrängt. Der Flug war gigantisch, aber viel zu kurz.

 

..ich durfte vorne sitzen....der Flug macht also doch Spaß..

..der See..

 

Der Einstieg am See war mit einem kurzen Marsch durch Schlamm und Modder verbunden, was Kerstin zu einer kleinen Pause auf dem Rücken im Dreck liegend nutzte, wie immer die Kamera in die Luft reckend, lieber einen Finger brechen.

 

..nach dem Tauchgang....die letzten Taucher im See..

..so sehen glückliche Taucher aus..

 

Der See selber begrüßte uns ebenfalls bereits am Ufer mit einer beeindruckenden Schlammschicht, was  das Flossenanziehen zu einer echten Herausforderung machte. Das Wasser war dunkel und trüb, nichts zu sehen. Ab 5 Meter Tiefe war es stockdunkel, schon ein merkwürdiges Gefühl. Bei knapp 10 Meter tauchte im Schein der Lampen dann der Seegrund auf, der Boden war ganzflächig bedeckt mit flockigen Sedimenten. Bis auf ein paar Baumstämmen ( wo kommen die über der Baumgrenze überhaupt her? ) und zwei einsamen Forellen war nichts zu sehen, so dass Dirk und ich den Tauchgang nach einer guten halben Stunde beendeten.

 

..Stefan....unser Gepäck wird abtransportiert..

..Helidiver..

 

Bereits beim Ausstieg fing es an zu Donnern und leicht zu tröpfeln, jetzt hieß es Gas geben. Erstaunlicher Weise waren allen Taucher schnell beim Zusammenrödeln, der Heli flog die 5 Gruppen Taucher und das Gepäck in kürzester Zeit wieder zu den Autos. Kaum saß der Letzte im Auto, goss es wie aus Eimern, das Unwetter war da. Perfektes Timing. Es ging nun zu einer Berghütte, wo eine deftige Jause mit Brot, Wurst, Schinken und Käse auf uns wartete. Draußen war es saukalt mit Regen, auf dem Berg wo eben noch getaucht wurde, schneite es.

 

..der Landeplatz....lecker..

..gleich gibt es Essen..

 

Am nächsten Morgen war der Spuk mit dem schlechten Wetter vorbei, es schien wieder die Sonne durch die letzten Nebelschwaden. Das Bergpanorama zeigte sich von seiner schönsten Seite. Nun ging es zum 2. Bergsee, dem Altausseer See. Ein ziemlicher großer See mit guter Sicht erwartete uns zu einem entspannten Tauchgang von knapp einer Stunde, jede Menge Gegenstände wie kleine Boote, Herde, Fässer Bäume und auch Fische bereicherten den Tauchgang.

 

..ein alter Baum....ein altes Boot..

..ein alter Ofen..

 

Nach einem Abschiedskaffe mit der Gruppe sind wir dann allein zurück ins Hotel, wir hatten noch eine Verlängerungsnacht gebucht. Hier sei noch zu erwähnen, dass der Oberkellner mir das Abendmenü mit seiner Ignoranz und Tollpatschigkeit versüßte. ( Der ging gar nicht.. )

 

..großes Gerödel....der Kaffee danach..

..coole Aussicht..

 

Die Rückfahrt am nächsten Tag war unspektakulär und einfach nur lang, der Spaß der letzten vier Tage war aber noch bei uns.

 

..entspannen nach dem ganzen "Stress"....die Bademantelfraktion..

..schwimmen war anstrengend..

 

Abschließend kann ich das Bergseetauchen nur empfehlen, es ist einfach beeindruckend in solch einer Umgebung zu tauchen. Der Flug mit dem Hubschrauber lohnt sich auf jeden Fall, ist aber doch sehr anstrengend und keine Erholung, in die Berge fahren wir aber auf jeden Fall noch einmal.

 

Torsten

..nein..och..doch..