Helidiving 2008

Helidiving 2008 in Österreich

 

Stefans großer Wunsch sollte sich endlich erfüllen. Nach mehrfachen Versuchen konnten wir am 17.07.2008 endlich nach Österreich ins Salzkammergut starten. Ausgeschrieben war dieses Event in der Zeitschrift Unterwasser, wie schon in den Jahren zuvor. Wir haben aber direkt bei Harald Hois - OÖ. Werbung GmbH – gebucht. Im Vorfeld klappte der Kontakt über E-Mail  sehr gut, es gab ausreichend Infos und alle meine Fragen wurden gleich und ausführlich beantwortet. Was nur die Vorfreude etwas trübte, war, das der Termin erst 5 Tage vorher  bestätigt werden konnte, da man beim Heliflug stark vom Wetter abhängig ist. Wir reisten schon am Donnerstagabend an, mit Zwischen Stopp in Neumarkt bei meiner Freundin. Das Landhotel Sonnenhof machte auf den 1.Blick einen ganz netten und sauberen Eindruck. Das Frühstück am nächsten Morgen war allerdings recht spartanisch. Am Vormittag schauten wir uns ein wenig in der Umgebung um und warteten dann gespannt am frühen Nachmittag auf die anderen Mitstreiter. Als Harald Hois eintraf, wurde von ihm erstmal die Ausrüstung gecheckt, wir hatten zum Glück alles mit, da Stefan ja alles 3mal checkt und mich tausendmal abfragt, ob ich auch alles mit habe.

 

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Als alle eingetrudelt waren, ging erstmal die Vorstellerei los, obwohl sich kaum einer wohl alle  Namen gleich merken konnte. Insgesamt waren wir 21 Personen, Harald und Gerald als Veranstalter, Alexa von der Zeitschrift Unterwasser, 4 Pärchen, 2 Brüder, 2 Freunde und 6 Einzelpersonen, darunter Steffi, die ganz alleine von Berlin angereist war. Nach kurzem Beschnuppern, ging es dann gleich zur 1.Überraschung, eine Fahrt zu einem Bauernhof (meine Hoffung war Stefans Angst - vielleicht ein Ausritt auf einem Pferd?). Es war dann aber ein Ausritt auf alten Traktoren. War jetzt nicht ganz so mein Ding, hat aber trotzdem in der Gemeinschaft riesigen Spaß gemacht. Nach ca. einer Stunde waren alle wohlbehalten zurück, na ja fast, einen Trecker hatten wir abgehängt, aber nach etwa 10min.kam auch der Ausreißer an.

 

Trecker fahrenZwecks Fotos wurde mehr angehalten als gefahren

Der hat sich verfahren

 

Nach kurzer Verschnaufpause, fanden sich dann alle im Hotel zum Abendessen ein. Da landete auch schon der Hubschrauber auf der Wiese vorm Hotel. Das erhöhte noch die Vorfreude  auf den nächsten Tag. Das Abendessen selbst war nicht der Renner, wie meinte Steffi “es hat zum satt werden gereicht”! Danach gab es das Briefing und einen Überlebensrucksack für jeden von Harald. Als Bonus durften noch 3 Leute vom Hotel aus mit dem Heli starten, Nachteil sollte allerdings eine Wartezeit von über einer Stunde auf dem Berg am See sein, da Harald dort Kälte prophezeite. Ich fragte Stefan ob er nicht mitfliegen wollte, es hat ihn sicher auch gereizt, aber als bekennender Frosteköttel wollte er dann doch nicht (oder war es die Angst, dass ich alleine sein Auto den Berg hochfahren sollte und mit den schweren Kisten alleine da stand???) Auf jeden Fall meldete ich mich dann (ich hatte keine Bedenken den armen Stefan mit dem schweren Gepäck allein zu lassen und Kälteempfindlich bin ich auch nicht) und freute mich riesig auf den Flug am nächsten Tag.

 

Der Heli ist gelandetNetter Parkplatz

Der Abflug

 

Geschlafen habe ich in der Nacht nicht wirklich, ich war viel zu aufgeregt. Samstagmorgen sind wir dann früh aufgestanden, schnell ein wenig gefrühstückt und um 8.15Uhr war dann Abfahrt für die Autos zum Abflugplatz. Ich hatte noch etwas länger Zeit, aber gegen 8.45Uhr ging dann auch der Heliflug los. Mit Videokamera und Fotoapparat bewaffnet, filmte und knipste ich abwechselt aus dem Cockpit ( ich hatte auch das Glück vorne neben dem Piloten zu sitzen). Es war einfach nur ein saugeiles Gefühl durch das Tal zu fliegen. Es gab dann noch eine Planänderung, wir landeten erst auf dem Landeplatz, wo dann noch mal Lagebesprechung war. Ich blieb natürlich im Heli sitzen, wollte doch meinen super Platz behalten.

 

Parken auf der ForststrasseAnflug zum See

Der Heli pendelt und holt Taucher und Gepäck ab

 

Gerald stieg  noch mit dazu, und dann ging es hoch Richtung Bergsee. Erst flogen wir an 2 kleineren Seen vorbei, bis wir dann zu unserem See kamen. Es war der Weissensee, auf einer Höhe von 2300m, noch nie betaucht, Umgebung genial. Man kann das Gefühl eigentlich gar nicht beschreiben, den Flug und die Landung am See. Es war wirklich ein Hammermäßiges Erlebnis. Oben am See schien dann auch noch die Sonne, an einigen Stellen gab es auch noch Schnee und an anderen viele Bergpflanzen. Ich wollte die Chance  nutzen, dass wir noch fast allein am See waren, um meine Blase zu erleichtern. Gerade als ich mich hingehockt hatte, kam der Heli zurück. Da hab ich bestimmt einigen den tollen ersten  Blick auf den einsamen See versaut! Nach etlichen Flügen waren alle samt Gepäck oben. Auch die Gräfin, Besitzer von dem See und der Automarke Peugeot, war mit von der Partie, allerdings nur um sich den See mal von oben anzusehen.

 

Alle sind am See angekommen, jetzt geht es losAlle packen mit an

Mein Traum

 

Nach und nach rödelten sich alle an und verschwanden im See. Wir waren mit die Letzten, aber wir hatten ja genügend Zeit. Leider war Stefans Neoprentrocki nicht rechtzeitig von der Reparatur zurück (ist ja nichts neues bei der Firma, wo Otter – Anzüge repariert werden – Anmerkung Stefan) , und er musste mit seinem Ersatztrocki aus Trilaminat vorlieb nehmen. Leider klappte das mit den Trockenhandschuhen nicht und er musste noch mal den Berg hoch, um seine Nasshandschuhe zu holen. Ich hatte von vornherein  Nasshandschuhen an, allerdings zwei rechte, hatte wohl beim Einpacken nicht aufgepasst (habe 2 Paar davon). War aber kein Problem, hab den einen einfach verkehrt herum angezogen. Nach dem Abtauchen gab dann auch noch Stefans geliebter Uwatec-Aladin Air den Geist auf. Trotzdem tauchten wir dann weiter, es war viel Gestein im See, gold- und silberfarben, kleine Insektenlarven und Kleinstlebewesen, die ich nicht identifizieren konnte. An einer Stelle ging es dann tiefer abwärts, wir sind bis auf 20 Meter abgetaucht, aufgrund der Kälte (teils nur 4Grad) dann aber wieder in Höhere Gefilde aufgetaucht. Auf Grund von Kälteempfinden bei Stefan beendeten wir nach 40min den Tauchgang. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass einige bis auf 41 Meter abgetaucht waren und sogar Frösche im See gesichtet wurden.

 

GoldKerstin

Stefan

 

Beim Ausstieg begann die Tortur, mit Gerödel den ganzen Berg wieder hoch. Beim letzten Drittel verließen mich dann meine Kräfte und ich schmiß erstmal das Blei ab. Oben angekommen brauchte ich erstmal einige Minuten um wieder zu Atem zu kommen. Aber zum Glück ging es nicht nur mir so, auch bei denen die deutlich trainierter und weniger „ Bioneopren “ an sich hatten, gab es Luftmangel.

 

Der Weg vom See zum HeliDie "rote" Kiste...(wiegt fast so viel, wie ein Auto)

Der Weg vom See zum Heli

 

Es gab auch Verluste, Klaus hatte sein Weitwinkel im See verloren, wir nahmen es dann als Opfer für den Wettergott an. Das Gepäck wurde wieder verstaut und zurück ging es mit dem Heli. Auf dem Rückweg mit dem Auto wurde an einer Jausen - Hütte Stopp gemacht , wo es eine leckere Brotzeit gab. Gesättigt und fast alle mit einem Sonnenbrand auf der Nase versehen, ging es zurück zum Hotel.

 

NachmittagsjauseMit dem Wetter haben wir Glück

Prost

 

Abends folgten wieder Abendessen und das Briefing für den letzen Tag. Eigentlich sollte es mit Huftieren zu einem weiteren Bergsee gehen, aber Haralds Glaube an Regen ließ ihn auf Plan B umsteigen, mit einem Kleinbus zum Duisitzkarsee zu fahren. Ich hatte von Anfang an das schöne Wetter geglaubt, aber keiner hörte ja auf mich. Am nächsten Morgen war natürlich wieder strahlender Sonnenschein, (gut ein paar Wölkchen waren dazwischen) wir fuhren mit dem Auto auf einen Parkplatz am Fuße des Berges, dort wurden wir  von den Kleinbussen abgeholt. Die Fahrt den Berg hinauf war schon ein Abenteuer für sich. Mir wurde ganz anders, wenn wir auf der kleinen Bergstrasse so dicht am Hang vorbei gerauscht sind. Oben angekommen, hatte sich aber der Angstschweißausbruch gelohnt, es war eine herrliches Fleckchen Erde, mit dem See in einem kleinen Tal oben auf dem Berg.

 

Der Parkplatz für den 2. SeeDer See

Harald und Helge

 

Wir zogen uns schnell um, Stefan brachte seine Kiste auch brav in einer Hütte unter, um sie vor dem Regen zu schützen. Ich ließ meine Sachen draußen stehen, schließlich glaubte ich immer noch an die Sonne. In dem See waren wir nicht ganz die ersten Taucher, Harald und Gerald hatten den See auf einer Höhe von 1680  Meter schon mal erforscht. Beim Abtauchen war die Sicht erst ziemlich schlecht und außer Sand war auch nichts zu sehen. Stefan war mit einem Computer von Helge bewaffnet, Helge hatten davon einige zum Testen mit. Wir tauchten auf die andere Seite des Sees und dort konnte man auch richtig gut gucken. Im Flachbereich waren viele Elritzen und durch die Sonnenstrahlen sah es wirklich unter Wasser toll aus. Nur meine Halb- und Halbaufnahmen, mit Kühen oben und Fischen unten wollten nicht wirklich gelingen. Ebenso die Aufnahmen von einigen Forellen und großen Baumstämmen stellten sich im Nachhinein als nicht gelungen raus. Trotzdem war es toller Tauchgang, wir verließen das Wasser nach 72min, waren auf einer Tiefe von 11 Metern, meistens jedoch im Uferbereich auf 2-3Meter mit einer recht angenehmen Temperatur von 10 Grad.

 

Diese StilleKerstin

Kerstin (Halb und Halb)

 

Nachdem wir das Wasser verlassen und uns umgezogen hatten, zogen dicke Wolken auf. Wir schafften es aber noch im Trockenen auf der Terrasse der Berghütte zu speisen. Nachdem die 1.Truppe ihre Sache eingeladen hatten und auf dem Rückweg waren, traten dann endlich Haralds Regenvorhersagen ein und es schüttete wie aus Kannen, sogar Hagel war dabei.

 

Da gibt es gleich EssenDebriefing

Blick auf den See

 

Doch pünktlich, als die Busse wieder oben waren, hörte es mit dem Regen auf und wir konnten im Trockenen unsere Sachen verladen und die Rückfahrt antreten. Im Tal heil angekommen, verabschieden sich alle mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ein erlebnisreiches Wochenende war zu Ende, mit sagenhaft tollen Eindrücken und Erlebnissen, einer wirklich super Truppe und einem perfekten Veranstalter.

 

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Harald und Gerald!!!

 

Ich werde wohl  immer daran zurück denken und in Erinnerungen schwelgen!

Kerstin

 

Kerstin