Helmtauchen

Helmtauchen 2007

 

Am Samstag, den 27.10.2007, hat sich für mich ein lang gehegter Traum Dank meiner Freunde erfüllt – ein Tauchgang mit einer Helmtauchausrüstung!

 
Anlässlich meines 25.*  Geburtstag (lach) habe ich von meinen Freunden einen Gutschein für einen Tauchgang mit einer Helmtauchausrüstung bekommen. Das Ganze sollte in Warnemünde stattfinden, also bekam ich auch noch einen Gutschein für eine Übernachtung! Der Tag „X“ rückte näher und es ging auf nach Warnemünde / Rostock. Damit ich am Samstag entspannt an die Sache ran gehen konnte, sind wir schon Freitagabend in Richtung Warnemünde gestartet. Die Anreise war allerdings alles andere als entspannt - das erste Mal wollte ich in Hannover schon umdrehen und habe das Autofahren verflucht, in Hamburg wollte ich zu Fuß weiter (wäre sicher schneller gewesen) und kurz vor Rostock bin ich fast geplatzt. Da die Fahrt länger als geplant dauerte, sind wir halt unterwegs „A la Carte“ bei MC Donald essen gegangen. Endlich im Hotel angekommen (nach 6 Stunden Fahrt ), setzte sich meine „entspannte“ Anreise fort, unser Zimmer mit Blick auf das Wasser war vergeben und einen Parkplatz gab es nur ca. 8min vom Hotel weg ( kostet auch noch 3 € pro Tag ) . Nach anfänglichem Maulen von mir, haben wir dann aber alles geregelt bekommen. Samstagmorgen begann mit einem leckeren Frühstück, ich habe aber nicht viel runter bekommen –  habe sogar nur eine Tasse Kaffee getrunken ( Kaffee ist doch mein Leben )….. war mir doch ein wenig mulmig?
 

Der Gutschein, mit dem alles AnfingDie Uferpromenade

Blick auf den alten Yachthafen

 

Nach einem kurzen Telefonat mit Rolf  vom Helmtaucherverein Ostsee e.V. , wo ich als Gasttaucher angemeldet war, konnten wir zum Ort des Geschehens fahren. Im alten Jachthafen von Warnemünde sollte mein erster Tauchgang mit einer Helmtauchausrüstung stattfinden. Als wir angekommen waren, wurden wir sofort nett von allen begrüßt und es ging nach einer Einweisung und dem Unterschreiben eines Haftungsverzichts auch schon los. Mit mir sollten 8 „Gasttaucher“ das unbeschreibliche Gefühl unter Wasser erleben. Die Sicht im Hafenbecken war  wirklich gut und es regnete nicht. Kerstin hatte sich sofort umgezogen und ist als „normale“ Taucherin ins Wasser gesprungen. Somit konnte Sie alles genau im Bild festhalten – auch unter Wasser.

 

Die rote "Qualle"Kerstins Garnele

Bewohner des Grundes

 
Als sich der erste Taucher fertig machte bzw. fertig gemacht wurde, hatte ich noch die Gelegenheit, das Weite zu suchen und mir Warnemünde anzuschauen *lach*. .neeeeee…war nur Spaß… .Das wollte ich ja schon immer machen und jetzt hatte ich die Möglichkeit! Getaucht wurde mit einer Ausrüstung der Firma Dräger aus Lübeck – die gesamte Ausrüstung wiegt ca. 75 kg. Eine genaue Erklärung zu den einzelnen Bestandteilen, gibt es ausführlich auf der Seite des ausrichtenden Vereines  - guckst Du hier: www.helmtaucherei.de .So, jetzt war ich dran… habe ich mir zwischenzeitig Gedanken gemacht, wo der nächste Kran steht, wenn ich die ellenlange Leiter nicht mehr selber hochkomme…. . Schnell war für mich ein passender Anzug gefunden und ich schlüpfte soweit es ging rein. Dann kamen vier kräftige Helfer, fasten alle in die Halsmanschette, zogen sie auf Kommando auseinander und „schüttelten“ mich in den Anzug… die erste Hürde war genommen. Jetzt wurden mir die bequemen Gewichtsschuhe und die Handschuhe angezogen, das Schulterstück übergestülpt und der Helm aufgesetzt – es gab kein zurück mehr und weglaufen war mit den schweren Tretern eh nicht mehr drin….
 

Vier Mann, vier EckenJetzt die "Designer" Schuhe

Der dicke Sack muß doch da rein passen

 

Dann war Schluss mit lustig, ein Gürtel mit einem Messer wurde mir umgelegt und die Gewichte ( vor der Brust und auf dem Rücken ) wurden befestigt… och dachte ich, geht ja.. und dann haben die Helfer losgelassen – schlagartig war ich 5 cm kleiner. Die Notluftversorgung  ( im Brustgewicht integriert ) wurde angeschraubt und der „Schrittgurt“ wurde geschlossen - dazu musste ich mich ein wenig nach vorne Beugen – dachte schon, ich mache einen Schwan. Ich wurde noch kurz nach einem bestehenden Kinderwunsch gefragt, welchen ich verneinte – und dann gab es einen Ruck und meine Augen sind ein Stück nach draußen gekommen -  der Gurt war geschlossen (aua..)! Es ist wichtig, dass dieser Gurt sehr eng angezogen wird, weil sonst der Helm bei einem gefüllten Anzug hoch rutscht. ...wurde mit einem grinsenden Gesicht erzählt.

 

Helm auf, meine Nase läuft und nuJetzt wird es ernst

Noch einmal lächeln

 

So, ich war 5 cm kleiner, meine  Augen waren raus gekommen, meine Stimme recht hoch und ich fragte mich „was mache ich hier eigentlich???“ . Mittlerweile wurde die Luftzufuhr geöffnet und das Taucher - Telefon wurde getestet. Das „Fenster“ wurde geschlossen und ich war nur noch per Sprecheinrichtung mit der Außenwelt verbunden. Das Bewegen außerhalb des Wassers war recht anstrengend, mal eben locker das Bein anheben, war echt schon ein Akt… Jetzt kam der Weg zur Leiter…ich war schon ein wenig nervös .. hatte ich doch Angst, die Leiter runter zu fliegen anstatt runter zu steigen. Zum Glück wurde ich  aber von vielen helfenden Händen gehalten und gestützt … und eh ich mich versah, war ich im Wasser. Nach einem kurzen Dichtigkeitscheck, ging es runter – Ruckzuck war ich unten angekommen und setzte meinen ersten Fuß auf den Grund des Jachthafens – ein kleiner Schritt für mich aber ein großer Schritt…..*lach* (Die Stauchung von vorhin war Dank des geringen Gewichts unter Wasser und dem nicht mehr so eng sitzendem Schrittgurt fast weg) .Eine „Stimme im Helm“ gab mir  immer Tipps , z. B. wie ich mich bewegen soll und es wurde sich nach meinem Befinden erkundigt. Am Grund wurde ich schon von Kerstin zum Fototermin erwartet – die Stimme im Helm nannte Sie liebevoll “kleine rote Qualle“ *grins*!

 

Was für ein dicker HinternDie ersten Schritte

Abstieg über die Leiter, das Hochklettern wird lustig

 

Jetzt ging es los und ich machte meine ersten Schritte unter Wasser, ging eigentlich besser als gedacht …. Dann kam wieder die „Stimme“ und sagte, ich soll nicht soviel Luft ablassen und siehe da, ich bekam leichten Auftrieb und das Laufen bzw. Bewegen ging gleich leichter. Das „Tarieren“ ist reine Übungssache, aber doch nicht ganz so einfach – zumal das Luftauslassventil mit dem Kopf gesteuert wird ( im Helminneren ist auf der rechten Seite über dem Ohr ein großer „Knopf“ – da drückt man dann mit dem Kopf gegen ) . Also.. ich muss echt sagen, „Hut ab“ vor den Tauchern, welche mit dieser Ausrüstung früher losgezogen sind. Ich machte das Ganze aus Spaß, aber die Berufstaucher sind u.a. nicht nur 10 Minuten unter Wasser spazieren gegangen, sondern Sie mussten auch noch arbeiten!!! Ich erkundete noch ein wenig die Unterwassergegend und dann ging es in Richtung Leiter – in mir keimte ein ungutes Gefühl auf – hatte ich doch  vergessen, den Kran zum Rausziehen zu bestellen - hoffentlich komme ich die Leiter allein hoch *schwitz* ….. Kurz vor der Leiter sprach wieder die „ Stimme“ zu mir ….“Luke…….schnauf……ich bin Dein Vater…*lach* ..nee  das war wo anders… ich sollte mal keine Luft ablassen und würde jetzt mal eine Übung machen – das „Aufschwemmen“ ( hoffentlich war das jetzt der richtige Ausdruck  ) . Also, keine Luft mehr abgelassen und durch die ständig einströmende Luft füllte sich der Anzug – ein Alptraum für alle Trockentaucher – aber, das war voll geil… ich bin langsam in aufrechter Lage in Richtung Oberfläche gestiegen und habe dann wie ein „Michelin – Männchen“ an der Oberfläche getrieben. Nach einem OK Zeichen habe ich wieder die Luft abgelassen und bin langsam abgetaucht.

 

So, da wäre ich nun...und jetzt?Lord "Helmchen"

Schitt, hier blubbert was...

 

Jetzt ging es aber wirklich zur Leiter und ich bekam wieder hilfreiche Unterstützung von oben – keine Luft mehr ablassen und durch den Auftrieb komme ich leichter die Leiter hoch. Gesagt, getan und ich „schwebte“ förmlich die Leiter hoch, dann waren der Helm und die Gewichte nicht mehr im Wasser und schlagartig war die Stauchung *prust* wieder da. Kaum war der Helm aus dem Wasser, da griffen schon die ersten Hände nach mir und zogen mich nach oben. Die letzte Stufe, juhu… ich war oben und „rannte“ zu einer Holzkiste, wo ich mich setzen sollte. Das Fenster wurde geöffnet, ich war wieder gelandet. Mein Glücksgefühl, welches sich in Form von Grinsen äußerte, war vermutlich nicht zu übersehen – kann aber auch eine Gesichtslähmung durch den „Schrittgurt“ gewesen sein! Die Luft wurde abgedreht, der Schrittgurt geöffnet ( meine Augen suchten ihren eigentlichen Platz wieder auf und meine Stimme bekam wieder ihre „echte“ Stimmlage )die Gewichte wurden abgenommen und ich habe schlagartig einige Kilos abgenommen. Jetzt kam der Helm runter, Handschuhe aus und meine „Designer Schuhe“ wurden ausgezogen… das stand ich wieder, in dem passgenauen Anzug… vier Mann, vier Ecken…und auf Kommando wurde die Halsmanschette geweitet und der Anzug runter gezogen. Jetzt konnte ich aus dem Anzug rausschlüpfen und mein 1. Helmtauchgang war zu Ende…. Schade! Und mir war  trotz Bedenken unter Wasser nicht mal kalt.

 

Wieder oben, ohne KranDas Grinsen, von dem ich geschrieben habe

Jetzt ist der Anzug unten...autsch

 
Das Grinsen in meinem Gesicht hielt noch einige Zeit an (tat aber nicht mehr weh… ).Das war einer meiner tollsten Tauchgänge, wenn nicht sogar der Tollste!!! Durch die ganze Aufregung verging leider alles so schnell und irgendwie konnte man den Tauchgang gar nicht so ganz genießen.Es war alles in allem eine super Aktion und ich habe mich „sauwohl“ bei der ganzen Crew des Helmtaucherverein Ostsee e.V. gefühlt und bin mir ziemlich sicher, ich werde ein „Wiederholungstäter“.An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei allen Bedanken, die mir dieses Event geschenkt haben und bei allen beteiligten Helfern!!!!Der Tag neigte sich dem Ende zu, es wurde langsam kälter und so langsam bekam ich Hunger… also sind wir entlang der Hafenpromenade ich Richtung „Fischbude“ gelaufen.
 

Spaziergang mit KimIch liebe Krabben, Kim aber auch

Wir

 
Endlich ein Fischbrötchen mit Krabben – zum Glück musste ich mit Kerstin nicht teilen – sie mag keine Krabben, aber zu meiner Enttäuschung mochte Kim die leckeren „Würmer“. Nach dem Fisch gab es noch einen heißen Pharisäer und ein leckeres Stück Apfelstrudel.So, jetzt war ich fast satt, aber durchgefroren. Nach einem Nickerchen ging es abends noch einmal an die Hafenpromenade, wo wir draußen (unter einem Heizstrahler) lecker Fisch gegessen haben.
 

Blöder SchreihalsGleich ist es dunkel und arschkalt

Der Hafen in der Dämmerung

 

Sonntag war dann leider wieder die Abreise angesagt, nach einem ausgiebigen Frühstück (und ganz viel Kaffee) ging es auf die Piste und ruck zuck, waren wir wieder zu Hause.

 

Tja, das WE war leider schnell vorbei, aber ich werde da noch lange dran denken *grins*!

 

Stefan der Helmtaucher

 

Lord "Helmchen"