U-Boot Bergung

Während der Schleichfahrt verschwunden….

 

Ende August patroulierten zwei U-Boote des Typs VIIC/42 auf dem Heidbergsee. Ohne Vorankündigung verschwand U-1423 in den großen Wellen des Heidbergsees. Was anfangs wie ein Tauchfahrt aussah, entpuppte sich schnell als Katastrophe. Der letzte Funkkontakt lautete: „Braunschweig, wir haben ein Problem!“ Danach war der Funkkontakt unterbrochen.

 

U-1812 hält die StellungLagebesprechung

Der Kapitän gibt von Land aus Befehle

 

U-1812 notierte sich die ungefähre Stelle und benachrichtigte das Hauptquartier. Ein Bergungsversuch durch eigenes Personal scheiterte jedoch an der Tiefe der Unglücksstelle. Als letzte Rettung wurde  „The Blue Deep“ gerufen. Wie der Name schon verraten lässt, hier sind die Profis in Sachen Tiefe und Wasser am Werk. Die Spezialtruppe für Suchen und Bergen wurde umgehend vom Staff Instructor (Name aufgrund der Geheimhaltung dieses Einsatzes nicht zulässig!) zusammengestellt: Stefan, Kerstin, Torsten, Andreas 1 und 2, Denise und Christian mussten umgehend die Sachen packen. Mit der „Astra“ ging es zur Unglücksstelle.

 

Die Vorbereitung für den Tauchgang beginnenDie Unglücksstelle wird begutachtet

Gleich geht es los

 

Nach der anstrengenden Fahrt endlich am vereinbarten geheimen Treffpunkt angekommen, gab es das Briefing zusammen mit dem Auftraggeber. Die Lage des Bootes konnte seitens der U-Boot-Truppe nicht präzisiert werden, so dass „The Blue Deep“ gezwungen war, in kleinen Gruppen das Gebiet systematisch abzusuchen. Nach ca. 20 Minuten sollte es an der Wasseroberfläche ein Treffen aller Suchtrupps zur weiteren Absprache geben. Die Tauchausrüstung wurde angelegt und ab ging es ins Wasser. Nach 20 Minuten die Ernüchterung, keiner der Trupps hatte etwas gefunden oder Anzeichen eines U-Bootes entdecken können. Musste eventuell noch weiteres Spezialequipment angefordert werden? Es folgte der nächste Versuch. Lange passierte nichts, die Hoffnung auf die Bergung des U-Bootes und deren Besatzung schwand immer mehr. Der ganze Grund war mit golfballähnlichen runden Festkörpern übersät. Ein Hinweis auf die eigentliche Mission der Schleichfahrer? Oder doch nur ein unwichtiger Aspekt in dieser Katastrophe?

 

11:00 Uhr - provisorisches Hauptquartier der U-Boot-Truppe Nähe der Unglücksstelle:

 

Blasen steigen in unmittelbarer Nähe auf, immer mehr und ein Ballon tritt an die Wasseroberfläche. Was ist da passiert? Hat jemand vom Suchtrupp von den weißen Bällchen gegessen? Um dies zu lüften, die Sache aus der Perspektive von „The Blue Deep“ einige Zeit vorher:

 

Stefan und Christian im Rausch des Suchens und fasziniert von diesen weißen Bällchen sind am Abgrasen des Grundes. Ein Handzeichen reichte und man war sich einig, so ein weißes Bällchen wollen wir uns mal aus der Nähe anschauen. Aber was ist das, ein graues Rohr ragt ein paar Meter weiter rechts aus dem Meeresboden heraus. Ist dies eventuell U-1423? Die Tiefe beträgt zur Zeit ungefähr 120 m (wenn man dies aus dem Auge des U-Boots betrachtet). Durch ein High-Tech-Gerät wurden alle beteiligten Taucher herbeigerufen. Innerhalb kürzester Zeit waren alle versammelt und es stand fest, der Auftrag ist erfüllt. Jeder kannte seine Aufgabe und schneller als das Boot gefunden wurde, hing es schon in der Hebevorrichtung zum sicheren Bergen. Auf Kommando ging es nach oben. Sicher an der Wasseroberfläche wurde U-1423 begutachtet und für den Transport klar gemacht. U-1812 begleite den Konvoi bis in das Dock. Die Freude der U-Boot-Truppe war riesig, alles in Ordnung, keine Verletzten, also alles im Lot.

 

Das auf Grund liegende BootBegutachtung des Bootsinneren

Das Boot wird an Land gebracht

 

Nach dem Zusammenpacken der Ausrüstung gab es noch lecker Brötchen mit Kaffee mit allen Beteiligten. „The Blue Deep“ hatte aber nicht viel Zeit, denn der nächste Auftrag begann schon am frühen Nachmittag: Ausbildung neuer Taucher.

 

Tauchen macht hungrigBegutachtung der Schäden

Die Bergungsmanschaft

 

 

Christian beim Osterfeuer in Hemmoor-natürlich mit Astra         Geschrieben von Spezialtaucher Christian (Codename Astra)